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Rundbrief Bürgerbeteiligung II/1999

Projektbörse zur nachhaltigen Regionalentwicklung

Der Begriff der Nachhaltigkeit ist seit der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 in aller Munde. Gemeint ist eine zukunftsfähige Entwicklung, die gleichermaßen soziale, ökologische und wirtschaftliche Belange beachtet. Zahlreiche Städte und Regionen haben sich diesem Ziel durch lokale und regionale Agenden verschrieben, in denen unterschiedlichste Akteure mitwirken. Die Verständigung untereinander ist nicht immer einfach. Neue Kommunikations- und Organisationsformen, die die unterschiedlichen Interessen in konkreten Projekten vereinen, sind deshalb zentrale Bausteine einer nachhaltigen Entwicklung. Der Wettbewerb »Regionen der Zukunft« – den das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) als ein Modellvorhaben der Raumordnung im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) durchführt – fördert diese neuen Kooperationsformen und die regionalen Entwicklungsprozesse. Innerhalb des Wettbewerbes ist eine Projektbörse im Internet entstanden, um Beispiele innovativen Handelns aufzuzeigen.

Nach einer Ideenphase befinden sich die teilnehmenden Regionen heute in der »Realisierungsphase«, d.h. es werden die entwickelten Projekte in der Praxis umgesetzt. Im Juli 2000 präsentieren die Modellregionen ihre Konzepte einer nachhaltigen Regionalentwicklung auf der Weltkonferenz zur Siedlungsentwicklung »URBAN 21« in Berlin. Dort werden auch die erfolgversprechensten Ansätze und Projekte der Wettbewerbsregionen prämiert, die sich durch beispielgebende Strukturen der Zusammenarbeit oder durch innovative Ideen aus der Raum- und Siedlungsentwicklung auszeichnen.

Kommunikation und Vernetzung statt Egoismus und »Eigenbrödlerei«
Der Wettbewerbscharakter läßt vermuten, daß jede Region ihre Ansätze in Konkurrenz zu den anderen erarbeitet. Die Besonderheit und die Philosophie des Wettbewerbes »Regionen der Zukunft« ist jedoch die Offenheit unter den Teilnehmern, der ständige Erfahrungsaustausch und das gemeinsame Lernen. »Siegen« steht also nicht im Vordergrund des Wettbewerbs. Jede Region kann sich selbst zukunftsfähig machen und Wege entwickeln, wie sie in einer globalisierten Welt ihre wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Probleme anzugehen hat. Sie kann dabei aber auf bereits realisierte Ansätze und Projekte zurückgreifen und diese auf die eigenen Bedingungen übertragen.
Die Kommunikation und Vernetzung der teilnehmenden Regionen erfolgt durch gemeinsame Veranstaltungen, durch eine Wettbewerbszeitung sowie durch eine Projektbörse.

Die Internet-Projektbörse
Ein wichtiges Element im Erfahrungsaustausch der Regionen ist die internetgestützte Projektbörse, die in besonderer Weise den kommunikativen Anspruch des Wettbewerbes verdeutlicht. Zur Verbreitung innovativer Ideen und Lösungen im Wettbewerb und über ihn hinaus wird von der Wettbewerbsagentur IFOK (Institut für Organisationskommunikation) eine Datenbank für regionsspezifische Projekte aufgebaut, um nachahmenswerte Beispiele zu sammeln. Diese Datenbank ist in die Homepage des Wettbewerbs (http://www.zukunftsregionen.de) integriert und kann von allen Interessierten gelesen und weiter ausgestaltet werden. Nicht nur die Wettbewerbsregionen präsentieren dort ihre Leit- und Vorbildprojekte. Vielmehr können auch weitere Projekte und interessante Konzepte aus anderen Regionen ohne technische Vorkenntnisse »online« eingestellt werden. Darüber hinaus sind in der Datenbank auch Projekte aus anderen Planungsvorhaben (ExWost-Programm und Modellvorhaben der Raumordnung) oder Projekte aus der Studie »Regionale Good Practises einer nachhaltigen Siedlungs- und Raumentwicklung« enthalten. Diese Studie ist im Rahmen des Wettbewerbs entstanden und untersuchte systematisch die Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren von über 80 Projekten einer nachhaltigen Entwicklung, um eine Übertragbarkeit abzuleiten.

Weitere Artikel in diesem Rundbrief:

Wettbewerbe und Auszeichnungen

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