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Rundbrief Bürgerbeteiligung II/1999

Videowettbwerb: UmWELTbilder für die Zukunft – Videowettbewerb zum Thema Wasser erfolgreich abgeschlossen (2/2)

Die Preisträger und ihre Filme

1. Preis: »Seashore«
von Matthias Weitzel
Dieser Film ruft uns nicht zum Wassersparen auf.
Dieser Film hält uns auch nicht schwerwiegende Verschmutzung des Wassers vor.
Dieser Film möchte vielmehr die Wirkung des Meeres, die es auf den Menschen ausübt, vermitteln. In dem Kurzfilm »Seashore«, zu Deutsch Seeküste, wird das Meer in Kontrast zur zivilisierten Welt, hier im Film die Stadt, gesetzt.

In der heutigen, schnelllebigen Zeit werden die Augenblicke am Meer und das Leben mit dem Meer oftmals als Zuflucht in ein ruhigeres Terrain stilisiert. Jeder Mensch ist ein Konsument, und zwar nicht nur im Alltag, sondern ebenso im Wirkungskreis des Meeres. Hier erfährt der Mensch die belebende wie beruhigende Wirkung des Wassers, kann Kraft und Energie aufnehmen, um sie anschließend wieder zu verbrauchen. Diese Dynamik zwischen Mensch und Natur gelingt Matthias Weitzel mit Seashore. Es sind nur drei Minuten Film, doch in dieser kurzen Zeit vermittelt er zum einem seinen persönlichen Eindruck vom Meer, läßt aber auch dem Zuschauer genügend Raum zur Interpretation. Durch das harmonische Zusammenspiel der Bilder und der Musik, dem Charme der Super–8–Kamera, dem selbstkomponierten Song und die an Trickfilm erinnernden Schnitte schafft es Matthias Weitzel, den Zuschauer in die Welt des Films zu entführen. »Seashore« ist ein Stimmungsfilm. Er versteht die Sehnsucht nach dem Meer, die jeder verspürt, vor allem dann, wenn man aus dem Fenster schaut, die graue Hauswand von gegenüber sieht und man die Wolken ziehen lassen muss.

Im Film wird deutlich, dass die alleinige Funktion des Wassers nicht die Trinkwasserversorgung oder ein anderer Nutzen ist. Wasser ist auch zur Erholung und Entspannung lebensnotwendig, indem es Körper und Geist vitalisiert. Und das kann das Wasser am besten an der Küste.

2. Preis: »Waterflow«
von Angela Anke-Wahls
»Waterflow« – hier wird Wasser spürbar. Auf rein ästhetische Weise nähert sich Angela Hanke-Wahls dem Wasser an, zeigt den Wasserfluß in seiner berauschenden Wirkung.
Während eines DAAD-Stipendiumaufenthaltes in den USA filmte die Studentin des Meisterschülerstudiengangs Film/Video an der HBK Braunschweig Wasserfälle und bearbeitete diese anschließend technisch weiter. Dieses Video ist mehr Installation als Film, ist Videokunst. Zeit, Raum und das Element Wasser sind die Rohmaterialien für dieses Video. Stark reduziert auf das Wesentliche und von der Zeit gedehnte Bilder bewirken das schwebende Gefühl beim Zuschauer. Die Bilder machen Lust auf Wasser.»Eintauchen in das Flow des Wassers,
denken, fühlen, treiben lassen,
assoziieren, meditieren,
das bewegte Bild als Auslöser für Gefühle und Gedanken,
die sinnliche Wahrnehmung ohne große Manipulation,
endlos gleichmäßig fließende Energieströme«.

3. Preis: »H2O«
von Torben Wiechmann
Der Beitrag »H2O« von Torben Wiechmann war der Jury einen dritten Preis wert. Der Film ist reine Computer-Animation und verbindet die digitalen Bilder mit Text zum Thema. Auf die rhetorischen Fragen, die er stellt, müssen Antworten erst noch gefunden werden. So bleibt Raum, nachzudenken und sich Antworten zu suchen. Per Computer-Animation umweltpolitische Themen zu verbreiten, ist in der Umweltbildung und -kommunikation nicht unbedingt gang und gäbe. Von daher mag diese Herangehensweise für manche Zuschauerin oder manchen Zuschauer befremdlich wirken. Doch ist es notwendig, auch neue Wegen zu bestreiten, um eingefahrene Denkstrukturen zu verlassen. – Torben Wiechmann ist 24 und kommt aus der Nähe von Oldenburg.

Kinder- und Jugendpreis: »Wasser ist Leben«
von Boris Kaczmarek
Daß mit Witz und Humor eine politische Aussage getroffen werden kann, zeigt dieser Beitrag von Boris Kaczmarek. Eine Minute – und keine Minute länger – dauert dieser Film. Boris erzählt seine Geschichte wie einen guten Witz mit einer pfiffigen Pointe. Zunächst berichtet er von den Umweltsünden seiner Kindheit, um dann als »altkluger Teenager« seine Fehler einzusehen und sich im nächsten Schritt für die Umwelt und Natur zu engagieren. Dabei spielt seine Freund und Haustier der Frosch eine entscheidende Nebenrolle.

Schön an diesem Film ist, daß der drohende Zeigefinger unten bleibt, wenn es darum geht, sich für den Umweltschutz einzusetzen. Daß sich Naturschutz für beide Seiten lohnt, für Mensch und Natur, macht der Film »Wasser ist Leben« deutlich. – Boris Kaczmarek ist 15 und kommt aus Osterode am Harz, wo er noch zu Schule geht.

Kinder- und Jugendpreis: »Freddy und Heinrich begeben sich in Gefahr«
von der Kindertagesstätte St. Petri
Gleich an zehn Filmemacherinnen und Filmemacher geht der Preis für den Film »Freddy und Heinrich begeben sich in Gefahr«. Denn eine Projektgruppe der Kindertagesstätte St. Petri aus Hannover hat den Videowettbewerb zum Anlaß genommen, sich mit der Wasserthematik zu beschäftigen. Vornehmlich haben sich Robin und Hagen, Sebastian, Sofia und Arne, Luise, Friederike, Dario und Marcel und Linda an dem Film beteiligt. Doch noch viele andere Kinder aus der Kindertagesstätte brachten als Komparsen an Ort und Stelle ihren Einsatz. Die Kinder sind zwischen vier und neun Jahren alt. Betreut wurde das Videoprojekt von den beiden Erzieherinnen Gabi Neumann und Anja Heine.

»Freddy und Heinrich begeben sich in Gefahr« handelt von den zwei Fröschen Freddy und Heinrich, die sich auf die Suche nach einem neuen Lebensraum machen . Dabei wird ihnen von den Kindern geholfen. Engagiert und praktisch nachvollziehbar entwickelten die Kinder die Handlung des Films. Die Bedrohung der Tiere, die im Wasser leben und sich gegen die Verschmutzung allein nicht wehren und nicht zu helfen wissen, lag den Kindern besonders am Herzen.

Spaß an dem Film macht die Spontanität der Kinder vor der Kamera, die natürlichen Dialoge – vor allem die zwischen Freddy und Heinrich – und die semi-professionelle Kameraführung, die ebenfalls von den Kindern übernommen wurde. Die Botschaft des Films, nicht nur vorbeugend, sondern auch ganz praktisch zu denken und zu handeln, wird hoffentlich viele Kinder erreichen.

Kontakt und Information
Kontaktanschrift für Videobestellungen, -produktionen und Informationen zum Videowettbewerb: Projektwerkstatt Umwelt und Entwickung e.V., Hausmannstr.9–10, D-30159 Hannover, Telefon/Telefax (05 11) 1 64 03 40

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Wettbewerbe und Auszeichnungen

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