Rundbrief Bürgerbeteiligung II/1999
Videowettbwerb: UmWELTbilder für die Zukunft – Videowettbewerb zum Thema Wasser erfolgreich abgeschlossen (1/2)
von Susanne Rieger (Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung e.V.)
Mit traumwandlerischer Sicherheit gehen wir jeden Morgen ins Bad, drehen den Wasserhahn auf und schütten uns kaltes Wasser ins Gesicht. Jeden Morgen putzen wir uns die Zähne, gehen auf Klo, trinken eine Tasse Kaffee oder Tee, spülen ab. Ohne Wasser ist das alles nicht möglich. Was, wenn wir eines morgens aufwachen würden und kein Tropfen Wasser würde uns entgegensprudeln? Dann hätten wir ein Problem. Und zwar ein ziemlich großes.
Mit diesem Problem haben sich auch die Filmemacherinnen und Filmemacher der 21 Wettbewerbsfilme zum Thema Wasser auseinandergesetzt. Sie haben sich Gedanken gemacht, wie im Medium Video die Vielfalt und Eigenheit des Wassers festgehalten werden kann. Die Projektwerkstatt Umwelt & Entwicklung e.V. hatte im Frühjahr dazu aufgerufen, Umweltbilder für die Zukunft zu entwerfen. Die etwa 30 eingereichten Beiträge demonstrierten eine große Spannbreite an filmischen Möglichkeiten der Herangehensweise an das Thema Wasser. Der Veranstalter zeigte sich erfreut darüber und über den glücklichen Umstand, daß uns von genau 21 TeilnehmerInnen und Gruppen Beiträge erreichten, wo doch die Inhalte der Agenda 21 berücksichtigt werden sollten. Dieses Aktionsprogramm für das nächste Jahrtausend zeigt auf, was zu tun ist, damit der Planet Erde überleben kann. Dabei spielt Wasser eine zentrale Rolle.
Die eingereichten Videos spiegeln die Schwierigkeit wider, die Inhalte der Agenda 21 umzusetzen, zunächst filmisch, letztendlich aber auch politisch. Gerade die Politik tut sich schwer damit, wegweisende Entscheidungen zu treffen. Zukunftsweisende Filme, die Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, sind schwer zu erstellen. Dabei besteht beim Videofilm die Kunst darin, den Grad zwischen plakativen Forderungen und ehrlichen Anliegen zu finden.
Die Antwort auf die komplexe Wasserproblematik ist ganz einfach: Wassersparen. Und es nicht verschmutzen. Einer der Preisträgerfilme hat diese einfache und doch so schwere Hürde bei der Umsetzung im Film mit Witz und Augenzwinkern gemeistert. Die Mehrzahl der Videos im Wettbewerb beschäftigen sich mit dem Ist-Zustand des Wassers, mit seinem Vorkommen in Seen, Flüssen, Meeren oder auch im Haushalt und Garten. Versucht wird, die Schönheit und das Besondere desselbigen in Ton und Bild festzuhalten. Dabei spielt die subjektive gefärbte Annäherung eine entscheidende Rolle. In einer Umwelt, in der Wasser noch nicht zur knappen Ressource avanciert ist, findet eine generelle Wertschätzung durch die Gesellschaft nicht statt. In dieser Hinsicht eine Bewußtseinsänderung herbeizuführen – dafür können die prämierten Videos hilfreich sein.
Die Jury hat sich die Entscheidung – selbstredend – nicht leicht gemacht. Nach filmischen und inhaltlichen Kriterien wurden die einzelnen Beiträge bewertet. Im Rahmen der Agenda 21-Filmtage »Media 21« fand am 25. September 1999 im feierlichen Rahmen des neuen Landesmuseums in Hannover die gut besuchte Preisverleihung statt. Schirmfrau Rebecca Harms, Landtagsabgeordnete Bündnis90/Die Grünen und selbst Filmemacherin, verlieh gemeinsam mit Projektwerkstatts-Mitarbeiter Georg May die Preise, die mit Preisgeldern von € 250,– bis € 1.000,– verbunden waren, an die glücklichen Gewinner.
Damit die z.T. sehr guten Videoarbeiten eine breitere Resonanz erfahren, wurden die Preisträgerfilme bereits im Offenen Kanal Hannover ausgestrahlt. Eine Zusammenstellung der besten eingereichten Beiträge wird in den Offenen Kanälen Fernsehen in Niedersachsen ausgestrahlt. Diese Zusammenstellung kann dann auch bei der Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung e.V. und beim Medienpädagogischen Zentrum ausgeliehen werden. Wer das Band gern haben möchte kann es gegen € 10,– Kopierkosten bei der Projektwerkstatt bestellen.
Die Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung e.V. hat durch die langjährige Mitarbeit im Offenen Kanal Hannover, die monatliche Produktion des »Magazins für Umwelt in Hannover« (MUH) und die zunehmende Zahl von Auftrags- und Gemeinschaftsproduktionen auch zur Nord-Süd-Thematik bereits eine Menge Erfahrungen im Bereich der Videoarbeit gesammelt. Sie ist als Veranstalter des Videowettbewerbs »umWELTbilder für die Zukunft« sehr zufrieden mit der Resonanz des Videowettbewerbs und der Qualität der Filme. Der Wettbewerb soll deshalb mit jeweils wechselnden Schwerpunkten voraussichtlich alle 2 Jahre – weiterhin in Kooperation mit den Filmtagen »Media 21« wiederholt werden.
Weitere Artikel in diesem Rundbrief:
Theorie und Praxis
- U. Schwarz-Österreicher
Der Stadtteil als Bezugsgröße für einen neuen Umgang mit der Stadt – Stadtteilforen in Tübingen - Dr. Magdalena Kaiser/Dr. Werner Heye/Dr. Matthias Dreyer
Rahmenkonzept zur »Demokratischen Teilhabe« der Landeshauptstadt Hannover - Gisela Enders
Kinder ernst nehmen, bedeutet sich Zeit nehmen - Kerstin Ögren
Demokratie – ein Prozeß, der Zeit braucht
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Projektberichte
- Richard Häusler
Qualifizierung von Agenda-Moderatoren - Michael Weiß/Sabine Hartmann
Zukunftskonferenz Müllerstraße - Brigitte Wachulewski/Hans-Georg Rennert
Wie lebt es sich wirklich im Sparrplatz-/Sprengelkiez? - Andy Dino Iussa
ArbeitslosenWalzer – Ein kunstpolitisches Projekt in Wuppertal - »Stadtmeile« – ein intermediäres Projekt zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Leipzig Südost
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Wettbewerbe und Auszeichnungen
- Bertelsmann Wettbewerb »Bürgerorientierte Kommune«
- Videowettbwerb: UmWELTbilder für die Zukunft
- Projektbörse zur nachhaltigen Regionalentwicklung
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