Rundbrief Bürgerbeteiligung I/1999
VSOP – Verein für Sozialplanung e.V. (1/2)
Das selbstorganisierte Netzwerk deutscher SozialplanerInnen stellt sich vor
Sozialpolitik ist nur wirksam zu steuern, wenn dies planvoll geschieht. Kommunalpolitik gewinnt ihre soziale Dimension überzeugend erst, wenn sie Kenntnis von den Lebens- und Problemlagen der Bevölkerung hat und weiß, bei welchen Gruppen und in welchen Sozialräumen sich soziale Probleme zuspitzen. Sozialplanung ist das einzig wirkungsvolle Instrument zur Analyse, Planung, Steuerung und Wirkungskontrolle der Sozialpolitik. Eine regelmäßige Sozialberichterstattung, die Aufschluß gibt über Einkommenslagen, Arbeits-, Wohn- und Bildungssituation sowie über Armuts- und Ausgrenzungssituationen, ist dabei die notwendige Geschäftsgrundlage der Sozialplanung.
»Sozialplanung bewegt sich im Spannungsfeld Politik, Wissenschaft und Praxis, sie ist Sozialforschungs-, Planungs- und Koordinationstätigkeit zugleich. Sozialplanung ist das Instrument zur Ermittlung und differenzierten Beschreibung von Bedürfnissen und Lebenslagen von Betroffenen. Für modernes Organisationsmanagement bei der Neuorganisation sozialer Dienste und der Sozialverwaltung liefert Sozialplanung das Know how. Sozialplanung organisiert offene Planungsprozesse und sorgt für Beteiligung und Mitwirkung der Betroffenen in politischen und konzeptionellen Entscheidungsprozessen. Als Katalysator für lokale Entwicklungen ist Sozialplanung nah an der Lebenswelt der Betroffenen. Im gesellschaftlichen Rahmen ist Sozialplanung Inszenierung, Dramaturgie und Skandalisierung von Notlagen. Ihre Anwaltsfunktion zielt auf den Abbau sozialer Ungerechtigkeit und regionaler Disparitäten in der Infrastruktur. In dieser Form vertritt Sozialplanung die Sicht von unten und operiert bewußt parteiisch. Zudem liefert Sozialplanung einen Kompaß im Kosten- und Finanzierungsbereich, gibt Informationen, wo man finanziell steht und welchen Spielraum man hat.«
So lautet kurzgefaßt die Plattform und das Selbstverständnis, mit dem im Jahr 1991 ein loses Netzwerk von Sozialplanerinnen den Verein für Sozialplanung gegründet hat. Der VSOP ist ein selbstorganisierter Zusammenschluß von SozialplanerInnen in der Praxis, die sich zum Ziel gesetzt haben, die fachliche und fachpolitische Diskussion über alle Fragen zur Sozialplanung voranzutreiben. Kennzeichnend für dieses in Deutschland einzige Forum für Sozialplanung, die Lobby der SozialplanerInnen, ist ihre Interdisziplinarität, ihr Praxisbezug, ihre Arbeitsfeldorientierung und ein prozessuales, kommunikatives und beteiligungsorientiertes Grundverständnis von Planung.
Der VSOP hat heute verschiedene fachbezogene und regionale »Fachknoten«, in denen sich die Mitglieder des Vereins austauschen, sich kollegial beraten und fachliche Standards für die professionelle Weiterentwicklung dieser Felder entwickeln:
- Jugendhilfeplanung
- Altenhilfeplanung und Wohnungswirtschaft
- Armut & Sozialhilfe
- Management und Sozialplanung
- Sozialplanung in den neuen Ländern
- Raumbezogene Sozialplanung.
Weitere Artikel in diesem Rundbrief:
Visionen & Analysen
- Andreas Gross
Neue Chancen für Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung durch mehr Direkte Demokratie in Europa! - Gerd Mutz
Erwerbsarbeit – Bürgerschaftliches Engagement – Eigenarbeit: Das Münchner Modell - Tilman Evers
Bürgergesellschaft – Ideengeschichtliche Irritationen eines Sympathiebegriffs - Elke Becker/André C. Wolf
Die Bürgerstiftung: Ein zukunftsträchtiges Modell für Bürgerbeteiligung?
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Projektberichte
- Wolfgang Kleine-Limberg/Reinhard Sellnow
BürgerInnenbeteiligung an der Regionalreform der Region Hannover - Hans Kastenholz/Elmar Wienhöfer
Das Bürgerforum »Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement« - Brigitte Adam
Bundeswettbewerb »Regionen der Zukunft«
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Gruppen und Projekte stellen sich vor
- Ulrike Gisbier
Initiativen in der Korrespondenzregion: EXPO 2000 Sachsen-Anhalt - Verein für Sozialplanung e.V.
VSOP
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Kurz berichtet
- Lokale Agenda in Dessau
Der Stein des Anstoßes - Susanne Busse
Konzept für den Agenda-Prozeß in Bonn - Anke Valentin
Lokale Agenda in Bonn – eine kritische Bestandaufnahme - »StadthelferInnen« – Ein geplantes Projekt in Gießen...
- Entwicklungsperspektiven für die Stadt – Chancen für die GWA!?
- Programm zur Sozialen Stadtteilentwicklung Hamburg
- Workshop der Interessengruppe Sozialhilfe in Stuttgart
- »50 Jahre Grundgesetz: Die Bürgergesellschaft lebt – Wir mischen uns ein!«
- Fördermittel für Eigeninitiative von Jugendlichen


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