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Rundbrief Bürgerbeteiligung II/1998

Ideenwerkstatt 2010 für Bonn-Beuel

Der Verein »Zukunftsfähiges Bonn«, der sich im Januar diesen Jahres aus einem Initiativkreis Lokale Agenda 21 gegründet hat, führte im Juli 98 für Bonn Beuel eine Ideenwerkstatt zur zukünftigen Entwicklung durch. So mancher der anfangs 30 Besucher war offenbar ins Pfarrheim von Sankt Josef gekommen, um sich zurückzulehnen und zuzuhören. Als bald klar wurde, daß es darum ging, selbst aktiv zu werden und mitzumachen, lichteten sich die Reihen deutlich. Nur elf Mitstreiter fanden sich, als die für die Gruppe relevanten Probleme des Stadtteils unter die Lupe genommen wurden: »Schlechte Zentrumsentwicklung«, »schlechte Gestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes«, »zu viel Durchgangsverkehr« und »fehlendes Zusammenleben« waren die Themen der vier Arbeitsgruppen, in denen engagiert diskutiert wurde. Das sechsköpfige Morderatorenteam des Geographischen Instituts der Uni Bonn übernahm dabei ausschließlich die Gesprächsleitung, damit die Bürgerinnen und Bürger selbst ihre Ziele und Aufgaben erarbeiteten.

Die Aufgabenstellung machte deutlich, daß die Ideenwerkstatt erst der Anfang eines langen Prozesses sein sollte. »Wir verstricken uns schnell, wenn wir alles machen wollen, wir müssen Schwerpunkte setzen«, mahnte in einer Arbeitsgruppe ein Teilnehmer, während aus einer anderen Ecke zu hören war: »Man könnte auch Pützchen – ein weiter der Stadt Bonn entlegener Stadtteil – ausbauen, was spricht dagegen, das Zentrum wirklich in der Beueler Mitte anzusiedeln?« Die Teilnehmenden erkannten schnell, daß der Weg von der »kreativen Spinnerei« bis zu dem, was wirklich machbar ist, lang ist.

Prompt entfuhr es bei der Ergebnis-Präsentation einem SPD-Mitglied: »Das sind genau die Probleme, mit denen sich die Kommunalpolitik seit fünf Jahren beschäftigt.« Sein Hinweis, sich doch in den existierenden Gruppen und Parteien zu engagieren, die sich seit Jahren mit diesen Problemen befassen, fand wenig Gegenliebe. »Ich bin hierher gekommen, um die Probleme unter dem Aspekt der Agenda 21 anzugehen und nicht auf alten Wegen weiterzuwandern«, wandte ein junger Mann ein und fand breite Zustimmung.

Ein anderer schlug vor, eine Arbeitsgruppe könne beispielsweise die unterschiedlichen Pläne zur Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes und den Agenda-Gesichtspunkten der nachhaltigen Stadtbezirksentwicklung prüfen, » um eben eine Lösung zu suchen, die bis ins nächste Jahrtausend Bestand haben kann und nicht nur einer Gruppe am besten gefällt«. Und damit gingen die Pläne der Gruppe weit über das hinaus, was die Moderatoren als Ziel des Abends formuliert hatte:  »Wir wollen konkrete Maßnahmen finden, die wir gleich morgen angehen können.«

»Blinden Aktionismus« in Einzelmaßnahmen lehnte die Gruppe ab. Große Zustimmung fand hingegen der Vorschlag für ein weiteres Treffen . Ziel soll es sein, unter dem Namen »Zukunftsfähiges Beuel« eine Untergruppe zum Bonner Verein zu gründen, die sich der Agenda-Arbeit im Stadtteil annehmen soll. Dabei sollen auch die Erfahrungen derer zum Tragen kommen, die sich schon länger mit diesen Problemen auseinandersetzen.

Der Verein »Zukunftsfähiges Bonn« hat ebenfalls eine Ideenwerkstatt für die Bonner Nordstadt durchgeführt. Langfristig sollen in allen Bonner Ortsteilen Ideenwerkstätten ins Leben gerufen werden.
Informationen zur »Lokalen Agenda 21« für Bonn und zum nächsten Treffen der Beueler Gruppe sind beim Verein »Zukunftsfähiges Bonn«, Telefon (02 28) 22 18 94, erhältlich.

Der Text dieser Darstellungen ist zu einem Großteil aus dem Bonner General-Anzeiger vom 23.7.98 (Redaktion: Beate Müller) entnommen.

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