Rundbrief Bürgerbeteiligung II/1998
Mediation - ein geeignetes Verfahren für Agenda 21 - Prozesse? (4/4)
All diese anspruchsvollen Voraussetzungen für eine Mediation sind in Agenda 21-Prozessen nicht unmöglich, aber wohl eher selten gegeben, und von daher wäre es besser, in diesen Prozessen vom Bemühen um faire Streitgespräche oder Konfliktmoderation als von Mediation zu sprechen und damit hohe – in diesem Rahmen kaum erfüllbare – Erwartungen zu wecken.
Die deutschen Umweltmediatoren sehen die Entwicklung der Begriffsinflation mit großer Sorge und zerbrechen sich den Kopf, wie man dem begegnen kann. Ein Versuch besteht in der Bündelung der Kräfte, indem im Oktober 1997 in Fulda der Verein »Interessengemeinschaft Umweltmediation e.V.« (Adresse: c/o Dipl.-Psych. Erika Dechert-Knarse • Johannisberger Str. 8 • D-14197 Berlin) als Anlaufstelle und Interessensvertretung gegründet wurde. Eine Arbeitsgruppe dieses Vereins bemüht sich um die Definition von Qualitätsstandards und ein darauf abgestimmtes Curriculum für eine solide Ausbildung (Kontakt: Prof. Dr. Horst Zilleßen • Uni Oldenburg • Zentrum für Umweltkonfliktforschung • Ammerländer Heerstr. 67–99 • D-26126 Oldenburg). Ein weiterer Versuch ist das von der Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt »Implementierung der Umweltmediation in Deutschland«, das von der Arbeitsgemeinschaft für Umweltfragen e.V. in Bonn (Kontakt: Projekt Mediation • Gerd Fuchs • Matthias-Günewald-Str. 1-3 • D-53175 Bonn) seit Herbst 1997 als Projektträger betrieben wird und sich die Förderung und Verankerung der Umweltmediation in der Gesellschaft zum Ziel gesetzt hat.
Ausgewählte Literaturhinweise:
Fisher, Roger/Ury, William: Das Harvard-Konzept. Sachgerecht verhandeln – erfolgreich verhandeln. Campus-Verlag, Frankfurt 1990
Gaßner, Hartmut/Holznagel, Bernd/Lahl, Uwe: Mediation. Verhandlungen als Mittel der Konsensfindung bei Umweltstreitigkeiten.Economica Verlag, Bonn 1992
Besemer, Christoph: Mediation. Vermittlung in Konflikten. Stiftung Gewaltfreies Leben. Tannenweg 6, 7744 Königsfeld, 1993
Wiedemann, Frank Claus/ Wiedemann, Peter: Umweltkonflikte. Vermittlungsverfahren zu ihrer Lösung – Praxisberichte. Blottner Verlag, Taunusstein 1994
Weitere Artikel in diesem Rundbrief:
Beiträge zur Methoden-Diskussion
- Reinhard Sellnow
Mediation – ein geeignetes Verfahren für Agenda 21-Prozesse? - André Christian Wolf
Gemeinschaftsstiftungen: Anstifter zu Bürgerengagement - Almut Hagemann-Doumbia
PRA – Ein Instrument zum Einstieg in die Bürgerbeteiligung - Ulrich Ketelhodt
PRA-Beteiligungsprojekt durchgeführt: Bevölkerig hätt´s i de Hand! - Carol Maleh
Open Space, die etwas andere Konferenzmethode
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Lokale Initiativen und Projekte berichten
- WERKSTADT-BASEL fragt(e) Bevölkerung um Rat zur Stadtentwicklung
- Anti-Diskriminierungsprojekt in der Dortmunder Nordstadt
- Das Erneuerungsprojekt Borsigstraße: Ein sozialorientiertes Vorhaben
- Ideenwerkstatt 2010 für Bonn-Beuel
- Frauenspezifische ÖPNV-Untersuchung in Essen
- Michael Stiefel
Entwicklungskoordination Stralauer Kiez – Oberbaum City - Sophos Sophianos/Georg Pohl
Leipzig: Netzwerk Südost betrachtet 1. Leipziger Stadtwerkstatt kritisch - Institut für Ökologie stellt sich vor
- Stadt Viernheim geht neue Wege zur Förderung von Bürgerengagement
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