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Rundbrief Bürgerbeteiligung I/2001

Prozessmanagement in der Quartiersentwicklung (3/3)

Zu Beginn einer Quartiersentwicklung scheinen offene Formen der Zusammenarbeit mit wenigen oder keinen formellen Rahmenbedingungen eher geeignet für den Prozess der »Findung« zu sein. Im weiteren Verlauf werden offensichtlich formelle Strukturen wichtiger für die Entscheidungsfindung sowie die Absicherung und Umsetzung der getroffenen Entscheidungen.


Die Säulen der Quartiersentwicklung

Um eine wirksame Arbeitsform zu entwickeln, sollte auch die Frage der zu beteiligenden Personen sowie der zeitliche Umfang der jeweiligen Beteiligung genauer betrachtet werden. Für die Arbeit der Gremien erscheint es meist als sinnvoll, die Dauer der Mitarbeit auf die tatsächlich notwendige Zeit zu beschränken.

Bei der integrierten Quartiersentwicklung handelt es sich zumeist in Teilen um einen innovativen Prozess. Innovationen bedeuten, dass zumindest einzelne Akteure von den gewohnten Handlungsmustern abweichen müssen. Dies ruft oftmals Widerstände hervor.

Grundsätzlich bestehen hier die Möglichkeiten einer »versuchsweisen« Einführung als Modellprojekt sowie einer flächendeckenden Einführung als neuem Standard. Das Modellprojekt bietet die Chance einer Erprobung und Weiterentwicklung neuartiger Verfahren in einem überschaubaren, abgegrenzten Rahmen. Gleichzeitig muss es nicht mit einer immensen »Machtanleihe« ausgestattet werden, was bei einer flächendeckenden Einführung trotz einer gesetzlichen Grundlage mit großer Wahrscheinlichkeit der Fall wäre.

Die integrierte Quartiersentwicklung unterliegt u.a. auf Grund knapper öffentlicher Kassen einem hohen Legitimationsdruck. Gleichzeitig ist es für die Weiterentwicklung des Instrumentariums von großer Bedeutung, die Qualität eines Prozesses messbar zu machen, zu bewerten und bei Abweichungen von den Prozesszielen steuernd einzugreifen. Für dieses Arbeitsfeld müssen Systeme der Qualitätssicherung entwickelt werden. Bisher gibt es wenig Erfahrungen zu diesem Themenbereich, was u.a. an der Komplexität eines Quartiersentwicklungsprozesses sowie der Schwierigkeit, soziale Prozesse zu messen, liegt. Gleichwohl wird der gesamte Komplex von Evaluation und Monitoring in den nächsten Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen. Hamburg hat mit einer prozessbegleitenden Evaluation der Sozialen Stadtentwicklung gute Erfahrungen gemacht. Generell sollten für jeden Quartiersentwicklungsprozess zu Beginn des Verfahrens überprüfbare Ziele mit allen Akteuren festgelegt sowie Vorgehensweisen und Erfolgsindikatoren definiert werden. Sowohl die »Messpunkte« als auch die Verfahren zur Steuerung sollten transparent gestaltet und bei Bedarf verändert werden können.

Ausblick
Im Laufe der Arbeit wurden einzelne Aspekte eines Quartiersentwicklungsprozesses von den Gesprächspartnern bzw. in der verwendeten Literatur als wichtig und gleichzeitig kritisch in der Umsetzung hervorgehoben. Hierzu zählt z.B. die Finanzierung des Prozesses, die Legitimation und Repräsentativität von Bürgergremien, die Verknüpfung der Handlungsebenen Quartier und Gesamtstadt, die Schaffung dauerhaft veränderungsfähiger Strukturen und ein kleinräumliches System zur Erhebung sozialstruktureller Daten.

Es wurde deutlich dass gerade hinsichtlich dieser Themen noch ein beträchtlicher Forschungsbedarf besteht.

Quellen
Difu (Deutsches Institut für Urbanistik) 2000b: Bund-Länder-Programm Soziale Stadt. Programmgrundlagen. Arbeitspapiere zum Programm Soziale Stadt Nr. 3, Berlin

Häußermann, Hartmut 2000: »Die Krise der sozialen Stadt« In: Aus Politik und Zeitgeschehen. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament. März/2000: 13–21

VV (Verwaltungsvereinbarung) über die Gewährung von Finanzhilfen des Bundes an die Länder nach Artikel 104 a Abs. 4 des Grundgesetzes zur Förderung städtebaulicher Maßnahmen vom 30. Juni 1999 / 17. September 1999. Abgedruckt in: Bundesanzeiger, Nr. 202 vom 26. Oktober 1999

Information und Kontakt
Die Arbeit ist im Juli 2000 erschienen, umfasst 160 Seiten und ist für 23,50 € bei den Autoren zu bestellen:

Simone Eberhardt
Schneiderberg 26
D-30167 Hannover
Telefon (05 11) 12 38 38-40/-41
Telefax (05 11) 12 38 38-40/-41
E-Mail: simone.eberhardt( at )web.de

Torsten Witte
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E-Mail: torsten_witte( at )freenet.de

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