Erste Zukunftskonferenz in Peking zur Integration ländlicher Migranten in die städtische Gesellschaft Pressemitteilung vom 22.08.06
In China gibt es erste Ansätze, die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen stärker an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Die Stiftung MITARBEIT unterstützt diese zivilgesellschaftliche Entwicklung und arbeitet an der ersten chinesischen Zukunftskonferenz mit.
Bei der Zukunftskonferenz, die vom 15. bis 17. August 2006 in Peking durchgeführt wurde, kamen 64 Vertreter verschiedener gesellschaftlichen Gruppen zusammen, um Maßnahmen für eine bessere Integration ländlicher Wanderarbeiter in das städtische Leben zu erarbeiten. Unter dem Motto »Das Leben in Peking – gleiche Rechte und Entwicklungsmöglichkeiten für alte und neue Bürger« stellten sich die Teilnehmenden den Herausforderungen, vor denen die chinesische Hauptstadt durch die Zuwanderung aus den ländlichen Regionen Chinas steht. An dem zweieinhalbtägigen Dialog beteiligten sich Regierungsorganisationen und -organe, gemeinnützige Organisationen sowie Anwälte, Sozialarbeiter, inoffizielle Vertreter der Wanderarbeiter, die Betroffenen selbst und Bürger aus vier Distrikten Pekings (Dongcheng, Haidian, Chaoyang, Shingshan).
Die Methode Zukunftskonferenz ist von dem Amerikaner Marvin Weisbord entwickelt worden. Grundidee ist es, Angehörige unterschiedlicher Interessengruppen für zwei bis drei Tage zusammenzubringen, um zu einem Thema eine gemeinsam getragene Vision zu entwickeln und Maßnahmenpläne zu ihrer Umsetzung zu erarbeiten.
Organisiert wurde die Zukunftskonferenz von den lokalen, nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) »Citizen« und »Promotion Association for Public Education on a Healthy Enviroment«. Beide Organisationen setzen sich für die Lebenssituation der Migranten in den benachteiligten Randgebieten Pekings ein und arbeiten dabei mit verschiedenen Regierungsstellen in Peking zusammen. Das Projekt wird von der »Chinese Association for NGO Cooperation« (CANGO) und der »American Bar Association« (A.B.A.) getragen und vom »U.S.-China Legal Cooperation Fund« finanziert.
Aus Deutschland werden die Impulse für eine Demokratisierung von der Stiftung MITARBEIT und vom »Center for international Migration and Development (CIM)« unterstützt. Ludwig Weitz, Organisationsberater und Mitarbeiter der Stiftung MITARBEIT, moderierte die Zukunftskonferenz.
Die Konferenz in Peking ist ein Teil des »Participatory Urban Governance Program« (PUGP), eine Initiative von CANGO und A.B.A, die verantwortungsbewusstes Regierungshandeln stärken will. Es wird in Kooperation mit lokalen Interessengruppen aus verschiedenen Kommunen in China umgesetzt. Das PUGP entwickelt beteiligungsorientierte Trainings für kommunale Regierungsmitarbeiter, für nichtstaatliche chinesische Organisationen, Wanderarbeiter und andere Interessengruppen der Zivilgesellschaft.
Die Stiftung MITARBEIT ist eine parteiunabhängige politische Stiftung. Sie hat sich die »Demokratieentwicklung von unten« zur Aufgabe gemacht und versteht sich als Servicestelle für Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement außerhalb von Parteien und großen Verbänden.
Informationen und Ergebnisse der Konferenz erhalten Sie über Ludwig Weitz, Stiftung MITARBEIT Bonn, Telefon (02 28) 6 04 24-13, E-Mail: weitz( at )mitarbeit.de
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